Dem Fachkräftemangel im eigenen Betrieb vorbeugen

May 15, 2018

Gute Arbeitsbedingungen sind der Schlüssel, um gute Mitarbeiter zu halten und zu gewinnen

Dem Fachkräftemangel im eigenen Betrieb vorbeugen

Schon vor ca. 10 Jahren berichtete gut die Hälfte aller KMUs von mittleren oder gar großen Problemen bei der Stellenbesetzung. Heute werden die Belegschaften im Altersdurchschnitt spürbar älter und gleichzeitig fehlt es in einigen Branchen schon deutlich an Nachwuchs.

Es wird Zeit, dass Unternehmen selbst nachhaltige Konzepte entwickeln, die dem vielbesagten oder auch schon spürbaren Fachkräftemangel entgegenwirken bzw. vorbeugen helfen. Dabei muss man gar nicht unbedingt nur im Außen oder in der Ferne suchen. Die Chancen und Potenziale liegen – wie so oft – ganz nah, und zwar im eigenen Unternehmen und bei den eigenen Mitarbeitern. Hier kann auf verschiedenen Wegen dafür gesorgt werden, gute Mitarbeiter im Unternehmen zu binden, zu entwickeln und ihre Arbeitsfähigkeit zu erhalten sowie als attraktiver Arbeitgeber gesuchte Fachkräfte zu gewinnen.

Einflussfaktoren am Arbeitsplatz auf Gesundheit und Wohlbefinden

Die Einflussfaktoren, die sich am Arbeitsplatz auf Gesundheit und Wohlbefinden der Beschäftigten auswirken, kommen aus verschiedenen Bereichen und sind vielfältig:

  • Arbeitsaufgabe/-inhalt, dazu gehören: Vollständigkeit der Aufgabe, Handlungsspielraum, Abwechslungsreichtum, Verantwortung, Information/Informationsangebot, Qualifikation, Emotionale Inanspruchnahme
  • Arbeitsorganisation, dazu gehören: Arbeitszeit, Arbeitsablauf (Zeitdruck/hohe Arbeitsintensität, häufige Störungen/Unterbrechungen, hohe Taktbindung), Kommunikation/Kooperation
  • Soziale Beziehungen am Arbeitsplatz, zu den Kollegen und zu den Vorgesetzten
  • Arbeitsumgebung, dazu gehören: Physikalische und chemische Faktoren, physische Faktoren, Arbeitsplatz- und Informationsgestaltung, Arbeitsmittel

(aus: „GDA-Checkliste“ – Die Gemeinsame Arbeitsschutzstrategie (GDA) ist eine auf Dauer angelegte konzentrierte Aktion von Bund, Ländern und Unfallversicherungsträgern zur Stärkung von Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz. Die GDA-Checkliste wird auch als Grundlage zur Durchführung der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung verwendet.)

Die oben aufgeführten vier Merkmalsbereiche und die als bedeutsam bewerteten zugeordneten Belastungsfaktoren gelten (laut GDA) als wesentliche psychische Belastungsfaktoren. Sie machen deutlich, was alles auf uns Menschen einwirken kann. Wie sie sich auswirken und ob sie Belastungsfolgen verursachen, hängt von Art und Ausprägung ab. Daher sind die Begriffe zunächst als neutral zu betrachten, denn im konkreten Arbeitskontext können die Faktoren als Gefährdung der Gesundheit, aber auch als unterstützende Ressource wirken.

Was hat das mit Mitarbeitergewinnung und -bindung zu tun?

Diese Auflistung von Einflussfaktoren macht deutlich, dass es vielfältige Handlungsansätze gibt, wo man im Unternehmen überprüfen kann, ob die Arbeitsbedingungen so gestaltet sind, dass sich die Mitarbeiter wohlfühlen. Wenn wir uns wohlfühlen, sind wir leistungsbereit, innovativ, kooperativ, produktiv und bleiben gesund. Aspekte, die Unternehmer wie Beschäftigte zu schätzen wissen. Gute Arbeitsbedingungen schaffen ein gesundes Unternehmensklima und erzielen letztendlich auch eine positive Außenwirkung – auf Kunden sowie auf potenzielle Bewerber.

Mit der Einrichtung eines Betrieblichen Gesundheitsmanagements können Sie einen Verbesserungsprozess anstoßen, der in Ihrem Unternehmen für Arbeitsbedingungen sorgt, die Gold wert sind. Nehmen Sie dazu Ihre Belegschaft bei allen Schritten mit ins Boot, das unterstützt die Bereitschaft für Optimierungen, die immer auch mit Veränderungen zu tun haben.

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