Statt Fehlzeiten managen die Anwesenheit fördern

Apr 06, 2020

Wie funktioniert anwesenheitsförderndes Fehlzeitenmanagement? Was haben Fehlzeiten mit dem Führungsverhalten zu tun? Weg vom Krankenstand und hin zum Gesundheitsstand im Betrieb, wie geht das?

Statt Fehlzeiten managen die Anwesenheit fördern

Die Fehlzeitenstatistik ist ein bewährtes Instrument in der betrieblichen Personalarbeit, um stets einen Überblick über den Stand der Abwesenheit der Mitarbeiter zu erhalten. Es gibt verschiedene Arten von Fehlzeiten bzw. verschiedene Gründe, warum Beschäftigte ihrer Arbeit fern bleiben, wie z. B. Sonderurlaub, Weiterbildung, Elternzeit, etc. - und doch denkt man bei dem Wort Fehlzeiten schnell an die krankheitsbedingte Abwesenheit.   
Meldet sich ein Mitarbeiter krank, wird dies dann meist als persönliche Angelegenheit betrachtet, nach dem Motto: Jeder ist für sich selbst verantwortlich. Das ist auch so, aber nicht nur. Der Arbeitgeber hat eine Fürsorgepflicht, der er nachkommen muss - und im betrieblichen Interesse auch sollte. Denn es gibt Einflüsse im Setting Betrieb, die sich auf die Gesundheit der Beschäftigten auswirken - positiv wie negativ.

Den Ursachen krankheitsbedingter Fehlzeiten auf die Spur kommen

Ein niedriger Krankenstand ist für jeden Betrieb erstrebenswert. Das Sammeln und Verwalten von Fehltagen allein trägt allerdings noch nicht dazu bei, ihn niedrig zu halten oder zu senken. Die Kranken- und Unfallstatistik kann helfen, ein Problem einzugrenzen oder überhaupt erst sichtbar zu machen. Zu einem systematischen Fehlzeitenmanagement mit dem Ziel, die produktive Anwesenheit dauerhaft zu erhöhen, gehört aber auch eine gezielte Ursachenanalyse. Denn Fehlzeiten können die Folge eines tiefersitzenden, lange andauernden Problems sein. In diesem Fall sind Fehlzeiten-Daten als Spätindikatoren zu betrachten. Besonders relevant und interessant sind die Fehlzeiten, die durch arbeitsbedingte Ursachen zu Erkrankungen oder Arbeitsunfällen geführt haben (könnten). Dabei sind physische, psychische und soziale Einfluss-Faktoren zu beachten.

Führungskräfte haben Einfluss auf die Gesundheit ihrer Mitarbeitenden

Nicht selten sind das Betriebsklima und/oder die Führungskraft eine wesentliche Ursache von Fehlzeiten. Viele Führungskräfte sind sich ihres Einflusses auf das Betriebsklima und die Gesundheit ihrer Mitarbeitenden nicht bewusst. Man ist ja wegen der Arbeit im Betrieb! Mitarbeiterbefragungen zeigen immer wieder, dass Führungskräfte maßgeblich daran beteiligt sind, ob sich ihre Beschäftigten auf den Weg zur Arbeit machen oder eher nicht.
Umgekehrt kann es auch sein, dass Mitarbeitende sich im Job zu viel zumuten, weil sie dem Vorbild des Chefs nacheifern. Vorgesetzte haben in vielfacher Hinsicht eine Vorbildfunktion, was nicht alle wissen. 
Zum Teil nehmen Führungskräfte auch ihre eigene Gesundheit nicht ernst genug, die der Mitarbeitenden schon gar nicht - die eigene, wie die der anderen wird erst dann bemerkt, wenn sie aus der Balance geraten ist. Wenn ein Mitarbeitender z. B. wegen Burnout für längere Zeit ausfällt, dann ist meist das Stauen groß. „Was ist denn mit dem plötzlich los! Woran hätte ich das denn merken sollen…?“

Mitarbeitende, die sich im Job wohlfühlen, wollen auch arbeiten

Ob Mitarbeitende anwesend bzw. krank sind oder nicht, hängt also nicht nur, aber doch vielfach von den betrieblichen Arbeitsbedingungen ab. Jedes Unternehmen, jede Führungskraft übt jeden Tag direkt oder indirekt Einfluss auf die Entscheidung des Beschäftigten aus, ob dieser zur Arbeit kommt oder nicht. Wer sich am Arbeitsplatz respektiert und wohlfühlt, seine Arbeit als sinnvoll und anerkannt erlebt, der hat Spaß an seinem Job und setzt alles daran hingehen zu können. Ein wertschätzendes und mitarbeiterorientiertes Führungsverhalten trägt viel dazu bei, die Arbeitsmotivation sowie die individuellen Ressourcen zu stärken. Dies beinhaltet vor allem, mit dem Mitarbeiter im Kontakt zu bleiben und regelmäßig ein konstruktives Gespräch zu suchen. Nach jeder Fehlzeit, egal aus welchem Grund, ist ein Gespräch ratsam, um dem Mitarbeitenden zu zeigen, dass er wahrgenommen und wieder in das Betriebsgeschehen integriert wird. Hier können Vorgesetzte zudem auch mehr von ihren Mitarbeitern erfahren, als aus einer Fehlzeitenstatistik.

Die betriebliche Gesundheitssituation in den Fokus nehmen! 

Ich empfehle eine ganzheitliche Herangehensweise beim Thema Fehlzeiten. Der Blick ist möglichst auf alles zu richten, was die Gesundheit der Beschäftigten am Arbeitsplatz beeinflusst. Dies bringt einen weiteren Blickwinkel mit sich und ist konstruktiv nach vorne gerichtet. Arbeitgeber und Führungskräfte sollten sich zudem immer wieder mit der Frage auseinandersetzen: Was kann ich tun, um die Gesundheit meiner Mitarbeitenden zu fördern? Habe ich mich heute schon meinen Mitarbeitern gegenüber so verhalten, dass sie anwesend sein wollen?

Benötigen Sie dazu weitere Tipps und Unterstützung, dann sprechen Sie mich gerne an. ›› Kontakt

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