Achtsamkeit als Stressbewältigungskompetenz entwickeln

Nov 15, 2021

Mit Achtsamkeitspraxis kann man seinen Geist bereinigen und mehr innere Ruhe erlangen. Entschleunigung im Alltag durch weniger tun und mehr sein!

Achtsamkeit als Stressbewältigungskompetenz entwickeln

Vielfältige Belastungsfaktoren prasseln heutzutage auf uns ein, die uns z. T. heftig zusetzen. Hinzu kommen unsere Gedanken, die sich nicht immer steuern lassen und in negativen Wiederholungsschleifen enden können. Geschäftig durch den Tag eilen, mit dem Gefühl nie fertig zu werden und sich kaum Pausen zu gönnen - das scheint ein allgegenwärtiger Modus zu sein. Besonders in städtischen Gebieten dreht sich alles zunehmend schneller. Das Leben dauerhaft so zu gestalten kostet immens viel Energie und laugt irgendwann aus. Zurück bekommt man gefühlt zu wenig. Scheinbar glauben wir, dass es vor allem darum geht, so viel wie möglich zu tun und zu schaffen, dabei verpassen wir aber um so mehr die wertvollen Dinge im Leben und verlieren uns selbst aus den Augen. Unterm Strich bleiben oft nur Erschöpfung, Frust und Unzufriedenheit. Wie kann es gelingen, stressfreier durch den Alltag zu kommen, wieder mehr Zufriedenheit zu erleben und gelassener zu werden? 

Achtsamkeit - Viel Aufhebens um nichts?

Ein konstruktiver Weg aus diesem Negativ-Kreislauf bietet die Achtsamkeit. Mit Achtsamkeits-Training kann man seinen Geist und sein Bewusstsein entschleunigen, um mehr innere Ruhe und den Blick für das Wesentliche im Leben wieder zu erlangen. Aber vielleicht denken Sie jetzt: Das ist nichts Neues! Achtsam zu sein wurde mir schon als Kind eingeimpft...! oder: Das ist doch esotherischer Kram! etc.
Jon Kabat Zinn (amerikan., emeritierter Prof. der Medizin), der sich seit der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts bis heute stark für die Achtsamkeitspraxis in Medizin wie auch in der Gesellschaft und der Arbeitswelt engagiert, beschrieb es einmal so: "Viel Aufhebens um etwas, das fast wie nichts erscheint, aber sich als etwas herausstellt, wobei es um fast alles geht." 

Zielsetzung und Wirkung der Achtsamkeitspraxis 

Das Ziel der Achtsamkeitspraxis ist, durch das bewusste Wahrnehmen vom Hier und Jetzt, durch die Konzentration auf sich und den Moment, ein besseres Verständnis von sich selbst und seiner Umwelt zu gewinnen. Sie hilft, sich seiner Gefühle und Körperreaktionen wieder bewusster zu werden und somit die eigenen Stressanzeichen früher wahrzunehmen. Im nächsten Schritt befähigen wir uns selbst mit belastenden Gedanken und hinderlichen Denkmustern besser umgehen zu können. Die regelmäßige Praxis von Achtsamkeit kann unser Wohlbefinden verbessern und unsere Gesundheit erhalten. Mit einem gezielten Training können darüber hinaus Konzentration, Arbeitsmotivation und -engagement wieder erhöht werden, dagegen können sich Sorgen, körperliche Beschwerden und Stressempfinden reduzieren. Wir entwickeln eine bessere Sensibilität, was wir im Moment brauchen und werden auf diese Weise fürsorglicher mit uns und unserer Gesundheit.

Achtsamkeit verhilft uns wieder zum "Sein" zu finden

Das Thema Achtsamkeit verbreitet und etabliert sich immer mehr - erfreulicherweise auch in der Arbeitswelt. Dazu hat Jon Kabat Zinn maßgeblich beigetragen, indem er die achtsamkeitsbasierte Meditation aus dem religiösen Kontext herausholte, sozusagen für jeden anwendbar machte und den Nutzen wissenschaftlich erforschte. Letztlich ist das Achtsamkeitstraining die Kultivierung einer Fähigkeit, die wir schon von klein an besitzen. Kinder machen es uns am besten vor: Sie sind i. d. R. noch ganz frei, Augenblicke zu genießen und ganz darin aufzugehen. Als Erwachsene orientieren wir uns meist zu sehr an den Pflichten, Normen und Rahmenbedingungen unseres Daseins. "Wir lassen uns davon treiben, sind entsprechend zu viel mit dem Tun beschäftigt und vergessen unser Sein. Als Konsequenz verlieren wir irgendwann den Sinn in unserem Tun oder gar in unserem Leben. Durch die Anwendung von Aufmerksamkeit und Gewahrsein, ist es möglich von einem Modus des Tuns zu einem Modus des Seins überzugehen – und wir verstehen wieder, warum wir etwas tun", so Jon Kabat Zinn.

Wie funktioniert Achtsamkeitspraxis?

Die folgenden drei Elemente sind wesentliche Bausteine: 

1. Gezielt und absichtsvoll aufmerksam sein.

2. Das Erleben nicht bewerten, sondern nur wahrnehmen, aufmerksam registrieren.

3. Moment für Moment beobachten und die Veränderung von einem Moment zum anderen wahrnehmen.

Die Wahrnehmung geschieht dabei mit einer breiten Aufmerksamkeit und auf allen Ebenen des Menschen: Gedanken, Emotionen, Verhalten und Körper.

Die Herausforderungen

Da wir in der Regel unsere Beobachtung und Bewertung nicht voneinander trennen, müssen wir oft erst lernen beides zu unterscheiden. Des Weiteren fällt es dem Menschen allgemeinhin schwer, seine Gedankenströme bewusst zu steuern. Meist ist unser Gehirn sehr aktiv, wir denken immer irgendetwas. Dabei sind wir oft in der Vergangenheit oder in der Zukunft, selten gelingt es uns für eine Weile im Hier und Jetzt zu sein. Dadurch entgehen uns jedoch viele Details, die unser Leben bereichern können. Unser körperliches Befinden haben wir so im geschäftigen Alltag auch nicht immer im Blick bzw. im Gefühl. Durch eine regelmäßige Achtsamkeitspraxis können wir uns wieder besser wahrnehmen lernen.

Firmen-Seminar: "Achtsamkeit" - live-online

Kürzlich gab ich ein firmen-internes Seminar zur Einführung in das Thema Achtsamkeit, als live-online-Veranstaltung, 2 x 3 Stunden am frühen Abend. Virtuell, weil einerseits ein Präsenz-Seminar aufgrund der Corona-Lage nicht willkommen war und anderseits war es für die Mitarbeitenden ein Angebot außerhalb der Arbeitszeit. Sie konnten so von zu Hause aus teilnehmen und mussten nicht noch woanders hinfahren. Die Teilnehmenden kamen in einer Verfassung, die ähnlich der Beschreibung im ersten Abschnitt entsprach: Geschafft, gestresst und ausgelaugt.

Mit Hintergrund-Informationen und Austausch über vorhandenes Wissen und persönliche Erfahrungen wurde zunächst ein gemeinsames Verständnis zum Thema geschaffen. Wichtig waren im Weiteren natürlich vor allem Praxisübungen, wie z. B.: Wahrnehmungsübungen, Atemübungen, Gedankenreisen, Body-Scan und angeleitete kurze Meditationen. Im Übrigen alles sehr gut im live-online-Seminar durchführbar!

Auch, wenn in 6 Seminar-Stunden keine Wunder vollbracht werden können, wurde von den Teilnehmenden doch gespürt, wie erholsam und entspannend die Übungen wirkten. Jede/r hat wertvolle neue Erkenntnisse und Handlungsimpulse für sich mitgenommen, um Achtsamkeit zukünftig in sein Leben integrieren zu können.

Eine Teilnehmer*innen-Stimme: "Das Thema ist super rübergebracht worden. Es gab immer genügend Zeit zum Fragen stellen, mit vielen neuen Aspekten."

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