Resilienz kann man lernen, auch in schwierigen Zeiten

Apr 21, 2022

Resilienz, die psychische Widerstandskraft hilft uns heil durch herausfordernde Zeiten und Krisen zu kommen. Auch Unternehmen können bei sich und ihren Beschäftigten die Resilienz fördern.

Resilienz kann man lernen, auch in schwierigen Zeiten

Woran ist Resilienz erkennbar?

Wer über ein hohes Maß an Resilienz verfügt, ist in diesen herausfordernden Zeiten vermutlich besser dran. Mit Resilienz können Menschen Krisen und Schicksalsschläge schneller verarbeiten und sie meist ohne psychischen Schaden überstehen. Sie lassen sich von politischen oder gesellschaftlichen Ausnahmesituationen nicht so schnell innerlich aus der Balance bringen. Das bedeutet nicht, das resiliente Menschen nichts umhaut oder stresst. Jedoch sind sie in der Lage, flexibler mit unerwarteten Ereignissen oder Veränderungen umzugehen und können sich schneller aus der emotionalen Talfahrt wieder herausholen. Sie richten immer wieder ihren Blick auf das Positive im Leben und können in einer Krise - oder spätesten danach - auch Chancen und Vorteile in dem Erlebten entdecken. Zudem vertrauen sie auf die eigenen Stärken und Fähigkeiten.

Wie Resilienz entsteht

Krisen sind im Allgemeinen für alle Menschen ein Stresstest. Deshalb ist es normal, wenn man in diesen Zeiten aus der Bahn gerät, Irritationen und Ängste zu Tage treten. Die Resilienz-Forschung schätzt, dass mehr als 80 Prozent der Menschen gute Fähigkeiten zur Stressbewältigung besitzen. Jede*r Einzelne hat dazu die eigene Strategie und den eigenen Schutzmechanismus aufgebaut, also die ganz persönliche Resilienz entwickelt. Sie entsteht besonders dann bzw. wird gestärkt, wenn wir gefordert werden, uns durch schwierige Situationen oder Ereignisse zu lotsen. Wenn wir uns dann der Realität stellen, sie annehmen, deshalb aber nicht resignieren, sondern entsprechend aktiv bemühen, das Beste aus der Situation zu machen, dann sind wir resilient. Aber es gibt auch Menschen, die scheitern und die sich nicht selbst wieder aus der Misere heraushelfen können. Sie haben es meist schwerer, belastende Situationen zu bewältigen. Woran das liegt, ist trotz jahrelanger, intensiver Forschung noch nicht ganz geklärt.

Wir können unsere Resilienz selbst fördern 

Resilienz ist also nicht bei allen Menschen gleich verteilt. Resilienz wird uns aber nicht nur als Geschenk in die Wiege gelegt oder nicht. Resilienz kann in einem wachsen und auch wieder schrumpfen. Das psychische Immunsystem, wie Resilienz auch genannt werden kann, ist demnach nichts, was stabil vorhanden ist, sondern es ist von vielen Faktoren abhängig und unter Umständen auch schwankend. Da diverse Resilienz-Faktoren willentlich beeinflussbar sind und Resilienz hauptsächlich aus erlernbaren Fähigkeiten, Denk- und Verhaltensweisen besteht, gilt sie als erlernbar. Es hängt also von uns selbst ab, ob wir unsere Resilienz stärken wollen. Wenn wir resilienter werden wollen, geht dies nicht von heute auf morgen. Es ist ein Entwicklungs- und ein Lernprozess. Jeder einzelne Schritt auf diesem Weg lohnt sich aber.

Was Unternehmen für ihre Mitarbeitenden tun können

Auch Unternehmen können sich resilient verhalten und in schwierigen, krisenbehafteten Zeiten die Belastungen für ihre Beschäftigten möglichst gering halten. Eine wichtige Voraussetzung ist, eine offene Informations- und Kommunikationspolitik zu betreiben. Neue Herausforderungen oder notwendige Kursänderungen sollten transparent gemacht werden. Nicht wenige Menschen haben Schwierigkeiten mit unvorhergesehenen Ereignissen und können nicht gut mit Veränderungen umgehen. Das gelingt besser, wenn sie sich durch interne aktuelle Berichterstattung eingebunden fühlen. Regelmässiger Kontakt und Austausch auf allen Ebenen - fachlich wie persönlich - ist wertvoll, um die innerbetriebliche Zusammengehörigkeit sowie die individuelle Stabilität zu stärken. Des Weiteren benötigen Mitarbeitende besonders in Zeiten des Wandels Unterstützungsangebote und Begleitung, die u. a. durch fürsorgliche Vorgesetzte oder entsprechende spezifische Fachkräfte geleistet werden sollte. Wichtig ist, diese Fach- und Führungskräfte nicht allein zu lassen, sondern entsprechend fortzubilden und ebenfalls zu unterstützen. Investitionen, die dafür nötig sind, sind nachhaltige Investitionen in einen gesunden Betrieb mit gesunden Mitarbeiter*innen.

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